Unternehmen: Was macht Prozessberatung anders?

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Wenn es in Unternehmen viel internes Potenzial und breites Wissen um fachlich-sachlichen Veränderungsbedarf gibt braucht es oft nicht noch einen externen Berater, der genau diesem Unternehmen eine dreiteilige ausklappbare Couch verkauft, wo es ein guter Sessel getan hätte. Ich meine damit das Bild: Was der Kunde brauchte, was der Berater lieferte. Natürlich gibt es betriebsblinde Weg-Guck-Löcher und das ausfüllende Tagesgeschäft, welche die strategische Ausrichtung an den Rand drängen können. Die strategische Ausrichtung mit Blick auf den Kunden. Dabei ist es das Innenleben des Unternehmens, wo entschieden wird was der Kunde bekommt und was der Mitarbeiter lieferte.

Es kommt wie bei einem PS-starken Motor auf die Übersetzung an. Und auf das Können des Fahrers. Aus diesem Grund setzt Prozessberatung nicht beim Design und Karosserieentwurf an, sondern bei der Übersetzung im Motor und den Fahrkünsten. Übertragen auf das Unternehmen bedeutet es, dass hier nicht Expertise von aussen hinzugefügt wird. Prozessberatung ist vielmehr ein Entwicklungs- und Lernprozess von innen, in welchem der Berater den im Unternehmen arbeitenden Menschen bei der Übersetzung hilft. Der Übersetzung in interpersoneller Hinsicht.

Organisationsentwicklung besteht letztendlich aus der Summe ihrer Aktivitäten. Dazu zählen schon minimale Interventionen wie beispielsweise die Einführung einer guten Feedback-Kultur. Oft sind es banale Dinge, die ganze Abteilungen blockieren können. Innere Unzufriedenheit kostet Energie, das lässt sich nicht linear messen wie beispielsweise Abschreibungswerte. Aber abschreiben kann man die Leistung in solchen Teams auf jeden Fall. Werden die Konflikte jedoch herausgearbeitet und aufgelöst, ist wieder Energie frei für das, weswegen eigentlich alle morgens erschienen sind: Arbeiten.

Dieses Ziel – Arbeiten – teilen sich Mitarbeiter und Unternehmen. Nur schauen alle aus  anderen Brillen auf das Geschehen, so dass sich ein Prozess zunehmender Verständigung richtig lohnt. Denn jeder sieht etwas, was der Andere nicht sieht. Der Schatz liegt im eigenen Garten, wer hätte das gedacht. Da heisst es „ran an die Schüppe“ – aber bitte mit System. Oder systemisch. Hier kann ein Coach oder Mediator einen wertvollen Beitrag leisten, indem er den Prozess begleitet und dem Unternehmen hilft, sich selbst zu helfen.

Prozessberatung ist also nicht Beratung im klassischen Sinne, sondern eine Unterstützung auf dem Weg zu einer voneinander lernenden Organisation. Ein externer Coach ist fach- und systemfremd, er wird nicht abgelenkt durch Annahmen. So kann er besser hören auf dem menschlichen Ohr. Und Fragen stellen, die unvoreingenommen sind. Dabei geht es nicht um richtige oder falsche Antworten, nur um die, die einen Unterschied machen. Und Energie erzeugen, mit der dann gearbeitet werden kann. Zielführend.

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