Unternehmen: Der Apfel und andere Herausforderungen für gesundes Arbeiten

Persönliches und betriebliches Gesundheitsmanagement ist in aller Munde und das ist gut so. Es ist schon klar: ohne Energiezufuhr kommt man nicht weiter (Auto) und ohne Ausgleich ist schnell Schluss (Kontostand). Auch im Unternehmensalltag ist es unabdingbar: es braucht klare Linien und einen klugen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Dazu gehören nicht nur Rohstoffe und Kapital, die mit dezidiertem Controlling im gesunden Verhältnis gesteuert werden. Es geht um mehr: die Gesundheit der dort arbeitenden Menschen.

Es ist überliefert, dass es vor sehr langer Zeit einen Einzelunternehmer gab (Adam). Als sich sein kleines Unternehmen aus der Pionierphase bewegte, begann er mit der weiteren Organisationsentwicklung und ergänzte seinen Betrieb um eine Führungskraft (Eva). Als die erste betriebliche Gesundheits-Förderungsmaßnahme stattfand (Apfel) war dies zunächst eine nicht konzertierte Aktion, die einen ungesteuerten Transformationsprozess mit sich brachte.

Heute wissen wir: es lag nicht am Obst. Allerdings hat der Apfel den Stein ins Rollen gebracht und das ist immer noch aktuell, denn es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. So sind gesunde Ernährung, Entspannungszeiten und ein guter Kontakt zu sich und seinem Körper eine Grundvoraus-setzung für persönliches Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit. Ist der Akku einmal richtig leer, kann es dauern, bis er wieder ausreichend gefüllt ist.

Es ist meist Zeitmangel, der als pauschale Entschuldigung genutzt wird. Dagegen kann wie folgt gerechnet werden:

90 nicht gegessene Äpfel / 90 nicht genommene Pausenzeiten / 90 min nicht ausreichend bewegt

verwandeln sich unter Umständen in

90 min im Wartezimmer des Arztes nach Wahl / 90 verschiedene Zipperlein / 90 min miese Laune

Sie sehen, es handelt sich lediglich um eine Verschiebung der Aktivitäten, die Zeit bleibt dieselbe.

Das ist natürlich stark untertrieben. So einfach ist es wiederum nicht, denn in Unternehmen arbeiten viele Menschen miteinander. So ist neben individueller Gesundheitsprävention auch die Dynamik des Systems entscheidend, denn in der Kommunikation und im Umgang miteinander sind gleichermaßen gesundheitliche Aspekte enthalten. Das bedeutet, den Blick über den (Obst-) Tellerrand zu heben und sich mit den Mechanismen des Arbeitsalltags auseinander zu setzen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie in Veränderungsprozesse involviert sind und der Stress-Pegel hoch steht.

Dabei kann es nicht das Ziel sein, die Anderen zu verändern. Direkten Einfluss können Sie nur auf sich selbst nehmen: auf Ihre Wahrnehmung und die Art und Weise, wie Sie mit Anderen interagieren. Man ist ja manchmal betriebsblind, das gilt auch für den Eigenbetrieb. Genau hier lohnt sich eine Recherche, denn es gibt viel Gesundheitspotenzial. Währenddessen können Sie Ihren Apfel ja mit den Kollegen teilen …

Besuchen Sie mich auch bei meinem Vortrag bei der Women & Work am 17. Juni 2017 um 15:00 h im Raum Nairobi IV zum Thema: „Gesundes Arbeiten in Veränderungsprozessen“ oder an meinem Stand im Foyer des World Conference Center in Bonn. Mehr Infos zur Messe unter https://www.womenandwork.de/

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