Presse: Setzen Sie sich selbst auf die To-Do-Liste

Veränderung ist das Stichwort  in der Arbeitswelt 4.0. Doch so wenig greifbar sie in vielen Unternehmen  noch ist, so bedrohlich wirken die Szenarien, die die Digitalisierung und Robotisierung vieler Arbeitsplätze mit sich bringt. Die damit einhergehende Verunsicherung und der Druck durch Arbeitsverdichtung führen bei immer mehr Menschen zu psychischen Erkrankungen. Auf der anderen Seite sind Begriffe wie Achtsamkeit in aller Munde – doch was kann der Einzelne konkret im hektischen Alltag für sein Wohlbefinden tun?
Claudia Wessling arbeitet als systemischer Coach, Mediatorin und Trainerin in Köln. Aus eigener Erfahrung als Betriebswirtin weiß sie, wie groß der Druck ist, unter dem viele Menschen heute im Arbeitsleben stehen. „Wir haben scheinbar eine permanente Optimierungsverpflichtung. Hier geht es darum, sich zu fragen: In welcher Form nehme ich den Appell an, sodass er zu mir und meinen Lebenszielen passt?“ Hinzu kommt, dass Orientierungspunkte fehlen, da die Konstrukte einer klassischen Berufsbiografie nicht mehr existieren, es keine vorgezeichnete Karriere mehr gibt. An die Stelle sei getreten, was die Beraterin „Konfetti-Denken“ nennt. „Wir können viel mehr machen als früher und wissen nicht, was wirklich sinnvoll ist. Beispielsweise richtet sich viel Aufmerksamkeit auf die Kommunikation in sozialen Netzwerken und es fehlt Zeit für Gedanken, die uns persönlich weiterbringen.“ Dabei sei es schwer, den für sich richtigen Fokus zu finden.
Claudia Wessling plädiert dafür, sich erst einmal die eigenen Werte ins Bewusstsein zu rufen und auf deren Basis die nächsten Schritte zu machen. Dazu gehöre, sich grundsätzlich erst mal nach dem Was, Warum und Wie des eigenen Tuns zu fragen. „Wenn das klar ist, kommt die Frage: Wird das alles auch in der Wirklichkeit abgebildet? Setze ich meine Werte auch positiv um?“
Dann sei es sinnvoll, Strategien zu entwickeln, um die Werte umzusetzen. „Dazu gehört die Frage, was zielführend und umsetzbar ist. Bin ich in diesem Moment aufnahmefähig und bereit, etwas Neues zu lernen, oder brauche ich eine Pause für mehr Selbstfürsorge, um dann gestärkt weiterzumachen?“, erläutert Claudia Wessling. Wichtig sei, auch mal Nein zu sagen, denn „ein Nein zu einer Sache bedeutet ein Ja zu einer anderen!“ Strategien, so Wessling, seien Möglichkeiten, die es auszuprobieren gelte. „In sich reinhören, über Nacht  sacken lassen ist oft hilfreich, wenn eine Entscheidung ansteht. Und dann schauen: Klappt es oder klappt es nicht?“
Von Bedeutung sei auch, sich Kraftquellen zu schaffen, die Ausgleich zu den Belastungen des Alltags darstellten. „Wir beschäftigen uns oft zu sehr mit Problemen, die nicht unsere eigenen sind. Es ist wichtig, sich sinnvoll abzugrenzen, denn wenn wir den Anspruch haben, alles selbst zu machen, wird unser Leben sehr unübersichtlich.“ Entscheidend sei, sich selbst wichtig zu nehmen. „Setzen Sie sich auf die To-do-Liste! Und nehmen Sie sich auch einmal Zeit fürs Nichtstun, denn das ist eine wichtige Kraftquelle.“

Daneben sollte man öfter auf seine innere Stimme hören. „Achten Sie einmal auf Ihren inneren Dialog: Wir neigen dazu, uns selbst kleinzumachen und dieses negative Beurteilen blockiert uns.“ Wer sich hingegen frage „was stärkt mich?“, käme schneller zu positiven Entscheidungen und die brächten Kraft. Wessling rät ihren Klienten, konkret zu sein. „Was ist das Problem, was kann ich unternehmen, wo kann ich direkt „an die Schippe gehen und wo abwarten“? Auf den Arbeitsplatz bezogen heißt das auch, „sich zu fragen, ob ich mit meiner Aufmerksamkeit bei der Lösung bin oder beim Problem. Was fehlt mir zur Lösung? Es ist dann oft sinnvoll, Kooperationen mit Kollegen einzugehen.“

Hier gibt es Hilfe:
Deutscher Bundesverband für Burnout-Prophylaxe und Prävention
e. V. bietet viele Informationen zum Thema Burn-out unter www.dbvb.org

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