Kulinarische Feldforschung/Haus am Giebel – Besuch bei der Gründerin

Das Konzept und die Grundidee von Astrid Gerkowski kannte ich aus Gesprächen und Aufzeichnungen zur Unternehmensgründung des „Haus am Giebel“ in Heimbach / Nationalpark Rureifel. Schon unsere Zusammenarbeit war etwas Besonderes, da die Gründerin mit viel Liebe zur Eifel und heimischen Produkten mittags frisch kocht. Ihre Naturverbundenheit lebt sie und teilt dies auch mit ihren Gästen. Viele Jahre hat die Diplom-Designerin etwas ganz anderes gemacht. „Ich komme aus dem Kreativbereich, habe einige Jahre lang 5-Sterne-Hotels eingerichtet und es hat unglaublich Spass gemacht.“ Dieses Händchen für feinen Stil hat sie nun im Haus am Giebel umgesetzt, dabei den traditionellen Charme des Eifelhäuschens mit seinem typischen Fachwerk erhalten und um liebevolle Design-Elemente ergänzt.

Einfach. Schön. Das trifft es wohl am besten, wenn ich aus meiner kuscheligen Wolldecke heraus durch den Innenhof schaue, in welchem schon abends für den Folgetag eingedeckt wurde. „Morgen ist zu viel los, da kümmere ich mich lieber um meine Gruppe. Der Empfang beim Gläschen Sekt und frischem Eifel-Hefezopf zu Löwenzahngelee ist nicht alles, im Hintergrund muss die Küche für  das spätere Menü vorbereitet sein.“ Aus unserer Arbeit während der Gründungsphase weiß ich, dass sie auch die Tour abgelaufen ist, an mehreren Tagen Besorgungen gemacht hat (Biohöfe, Eifelbäcker) und jedes Menü vorher ausprobiert wurde.

Bei perfektem Wetter geht es los, Treffpunkt ist die einsame Linde in der Wiesenlandschaft über dem Rurtal. Astrid geht mit ihren Gästen durch die einmalig blühende Natur, zwischen-durch bleibt sie stehen und pflückt vorsichtig das ein und andere Pflänzchen.  Zu jedem erklärt sie Wuchs, Geschmack und Verwendung. „Die Natur hat speziell hier in den Wiesen viel zu bieten: den wilden Majoran, Weißdorn, Sauerampfer, Labkraut und Waldmeister…“ Wir schauen die Wegesränder nun mit ganz anderen Augen an.

Bei unserer informativen Wanderung werden die Wildkräuter gesammelt und begegnen uns später im Essen wieder. „Es muss immer ein bißchen besonders sein“ – damit serviert die Gründerin im sonnigen Innenhof zurück im Haus am Giebel Wasser mit Orange, Basilikum und Gurke zu rustikalem Eifelbrot mit Rosenbutter. „Auf diese Art wäre es problemlos möglich, von Wasser und Brot zu leben“ denke ich, bis der mit Wildkräutern garnierte Salat vor mir steht. Später beim Spargel (mit französischem Bauernhühnchen) schmeckt allen der perfekt abgestimmte Weißwein. Es wird nicht der einzige Besuch bleiben, denn auch die Appartments sind sehr schön und laden zum Wiederkommen ein.

Was aussieht, als wäre es schon immer so gewesen, hat die Gründerin Einiges an Investitionen, persönlichem Einsatz und Mut gekostet. Ihr Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit geht einher mit dem Anspruch an unternehmerische Professionalität. Diese Werte teile ich und freue mich, deren Umsetzung erlebt zu haben.

Kulinarische Feldforschung/Haus am Giebel – Besuch bei der Gründerin
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