Coaching: Sprache schafft Realität

Der Konstruktivismus geht davon aus, dass die Realität letztlich nicht existiert. Sie existiert diesem Ansatz zufolge nur als das, was wir für die Realität halten. Es geht also um die Wahrnehmung von Dingen und Ereignissen. Unsere Wahrnehmung wiederum äußert sich in gedanklichen Bewertungen, dieser Prozess läuft meist intuitiv und unbewusst ab.

Wenn nun also Gedanken mit Bewertungen einhergehen, – und Gedanken nicht intonierte Sprache sind, dann werden Situationen durch diese gedachte Sprache beschrieben. Und schon haben wir Dingen, Ereignissen oder Menschen eine Beschreibung zugewiesen. Eine Beschreibung mit der jeweiligen Bewertung, als uns diese Sache zum ersten Mal begegnet ist. Diese speichern wir nun als Muster ab.

Nun greifen unser Gehirn und unsere Intuition, das sogenannte Bauchgefühl, gern auf vorhandene, abgespeicherte Muster zurück. Das befähigt uns, Gelerntes zügig abzurufen und Entscheidungen zu treffen. In diese Kategorie fallen beispielsweise heiße Herdplatten. Darüber hinaus hilft uns diese Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen. Jedoch sind es nicht nur hilfreiche Muster, die uns als Bewältigungskompetenz zur Verfügung stehen. Dann geschieht es, dass wir alte, unpassende Bewertungen auf neue Situationen übertragen.

All diese Prozesse werden durch Sprache begleitet, gedacht oder ausgesprochen. Und genau hier können wir Einfluss nehmen, indem wir uns den Zusammenhang bewusst machen und unsere Sprache aufräumen. Dabei gibt es noch einen Unterschied, ob Dinge gedacht oder gesagt wurden, denn wir nehmen Gehörtes noch deutlicher wahr.

Zu Beginn hilft es, wenn wir unsere täglichen Gedanken einmal prüfen. Hier entscheidet sich unser Blick auf die Dinge. Im zweiten Schritt können wir uns mit den Formulierungen beschäftigen, denn hierdurch entstehen Bilder mit wiederum ganz eigener Dynamik. Und Sprache dient dem Beschreiben von etwas, das in unserer Vorstellung sichtbar werden soll. Wir erschaffen also durch die Sprache unsere Realität und prägen damit unsere Wahrnehmung durch den so gesetzten Fokus.

Ach, und denken Sie bitte jetzt nicht an einen blauen Elefanten…

Coaching: Sprache schafft Realität