Coaching: Herausforderung und Wahrnehmung

Wir sind tagesfüllend beschäftigt und oftmals arbeiten wir die Dinge ab, ohne uns weitere Gedanken darüber zu machen. Fertig, das Nächste bitte. Es lohnt sich, ab und an in eine Metaposition zu gehen und genauer zu betrachten, was eigentlich passiert. Unternehmen machen das auch, nennt sich Deckungsbeitragsrechnung. Dort wird ermittelt, inwieweit sich ein Produkt bzw. Dienstleistung rechnet oder aber überproportional Ressourcen verbraucht und langfristig daher nicht weiter angeboten werden kann.

Sie können das auch, eine – im übertragenen Sinne – Deckungsbeitragsrechnung und zwar wie folgt: sammeln Sie Ihre wiederkehrenden Aufgaben oder Themen und listen Sie die einzelnen Punkte auf. Vielleicht meldet sich schon Ihr Bauch, während Sie die Dinge notieren. Wenn nicht, ist das nicht schlimm und lediglich ein Hinweis auf den autoritären Führungsstil Ihres Kopfes.

Wenn Sie die Liste nun vor sich haben, prüfen Sie doch einmal, welche der Aufgaben bzw. Themen Sie als spannende Herausforderung oder aber als Belastung erleben. Ich weiß, was Sie gerade denken: im Grunde ist das uninteressant, ich muss es ja sowieso machen. Sie haben Recht, wir können uns unsere Aufgaben nicht immer aussuchen. Darum geht es hier auch nicht. Es geht um den langfristigen Umgang mit der Information, die Sie aus Ihrer persönlichen Deckungsbeitragsrechnung gewinnen.

Metaposition heißt, aus unserem Berg heraus zu treten, in welchem wir gewöhnlich so stecken. Kurzfristig eine distanzierte Haltung einnehmen, die Stop-Taste drücken um wahrzunehmen, was wir mit unseren Kräften machen. Was wir als Herausforderung im Sinne von „spannend, interessant, neu“ erleben, lässt uns wachsen. Die Motivation kommt aus unserem Inneren und wir freuen uns über das, was wir geschafft haben – die Kür sozusagen. Was machen wir jetzt mit der dunklen Seite unserer Aufgaben – der Pflicht?

Unattraktive Aufgaben kosten uns mehr Energie zur Bewältigung. Bei besonderem Talent lassen sich die Dinge sehr, sehr lange aufschieben. In jedem Fall bleiben Sie damit auch besonders lange präsent und in unserer – wenn auch unbewussten – Aufmerksamkeit. Wir binden uns damit langfristig an ein selbsterzeugtes schlechtes Gewissen. Insofern das nicht Ihr Geschäftsmodell ist, können Sie versuchen, auf Dauer eine andere Haltung oder einen anderen Umgang mit diesen Dingen zu entwickeln. In Verbindung mit einem attraktiven Nutzen werden auch unangenehme Aufgaben schön.

Eine solche Veränderung der Wahrnehmung kostet zunächst auch Kraft und Zeit zum Üben, lohnt sich jedoch im Hinblick auf den immensen persönlichen Gewinn. Der Leitsatz lautet: bald mache ich nur noch, was ich will!

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